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ERNÄHRUNG IN DER SCHWANGERSCHAFT

Für zwei denken aber nicht für zwei essen
Der zusätzliche Energiebedarf, der sich in der Schwangerschaft ergibt ist nicht so groß, wie häufig angenommen. In den letzten Monaten der Schwangerschaft steigt er um etwa 10 % an, was circa 250 kcal pro Tag entspricht. Deshalb gilt der Grundsatz „Für zwei denken, aber nicht für zwei essen“. Im Gegensatz dazu steigt aber der Mehrbedarf an bestimmten Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen deutlich an.[1]
Um den Mehrbedarf an Vitaminen und Mineralstoffen auszugleichen, sollten nährstoffdichte Lebensmittel, wie Obst, Gemüse und Vollkornprodukte bevorzugt werden. Ideal ist der Verzehr von fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag.


Omega-3-Fettsäuren
Für die optimale Versorgung der Schwangeren mit langkettigen Omega-3-Fettsäuren sind 200 mg Decosahexaensäure (DHA) pro Tag notwendig. Dies kann durch den Verzehr von 2 Portionen fettreichem Meerfisch (Hering, Lachs, Makrele) in der Woche erreicht werden. Wenn die Schwangere es nicht schafft zweimal pro Woche Seefisch zu verzehren, sind Nahrungsergänzungsmittel mit DHA eine gute Alternative.[2]


Folsäure
Bereits ab dem Wunsch schwanger zu werden, sollte auf eine ausreichende Versorgung mit Folsäure geachtet werden, da zwischen dem 22. und 28. Tag nach der Empfängnis Gehirn und Rückenmark gebildet werden und das Neuralrohr geschlossen wird. Folsäure ist wichtig für die Zellteilung, für Wachstumsprozesse und für die Risikominderung von Neuralrohrdefekten. Gute Folatlieferanten sind pflanzliche Lebensmittel wie Blattgemüse, Kohl, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Tomaten und Orangen. Jedoch ist der Mehrbedarf in der Schwangerschaft kaum mit natürlichen Lebensmitteln zu decken, weshalb die Einnahme von Folsäurepräparaten ab 400 µg Folsäure mindestens bis zum Ende des ersten Schwangerschaftsdrittels empfohlen wird. Das Folsäuresupplement kann aber auch über die zwölfte Schwangerschaftswoche hinaus eingenommen werden. Folsäure  ist die stabilste Form des Vitamins, daher wird es in Supplementen und in Medikamenten als synthetische Form verwendet. Von Folsäure abzugrenzen sind Folate. Hierunter werden alle folatwirksamen Verbindungen in der Nahrung verstanden.[2]


Jod
Vor und in der Schwangerschaft sollte auf eine ausreichende Jodzufuhr geachtet werden. Zu empfehlen sind jodiertes Speisesalz, der Verzehr von wöchentlich zweimal Seefisch und Milch sowie Milchprodukte. Schwangere mit gesunder Schilddrüse sollten täglich ein Supplement mit 100-150 µg Jod einnehmen.[2]


Eisen
Auch auf eine ausreichende Zufuhr von Eisen sollte geachtet werden. Ob eine Supplementierung mit Eisen notwendig ist, muss jede Schwangere individuell mit ihrem Arzt abklären. Der Eisenbedarf steigt in der Schwangerschaft an, da die Mutter mehr Eisen für den Fötus, die Plazenta und das vermehrte Blutvolumen benötigt. Schwangere sollten gut resorbierbares Eisen aus Fleisch und Fisch verzehren. Aber auch pflanzliche Produkte wie Vollkorn und Gemüse enthalten Eisen, das allerding nur in Kombination mit Vitamin C gut bioverfügbar ist. Für Schwangere wird eine tägliche Eisenzufuhr von 30 mg empfohlen, dies ist doppelt so viel Eisen wie für Nicht Schwangere.  Frauen, die vom Arzt einen niedrigen Eisenspiegel diagnostiziert bekommen haben, können diesen ab Kinderwunsch auffüllen. Dies hat den Vorteil, dass es frühzeitig geschieht und sich der Eisenmangel nicht negativ auf die kindliche Entwicklung auswirkt.


Infektionen vermeiden
Damit die Schwangere und ihr Baby nicht an einer Infektion durch bestimmte Keime erkranken, sollten einige Tipps für die Auswahl und Zubereitung der richtigen Lebensmittel beachtet werden.
Besonders rohe Lebensmittel können Krankheitserreger enthalten, die nicht nur der Mutter sondern auch dem Baby schaden können. Eine bekannte Infektion ist die Toxoplasmose, eine normalerweise harmlose Infektionskrankheit, die in der Regel nur selten Beschwerden verursacht. Die Übertragung der Toxoplasmose erfolgt von Tieren auf den Menschen. Der Hauptwirt der Erreger sind infizierte Katzen, deshalb werden die Erreger meist über Katzenkot übertragen. Insbesondere durch Wind, Regen und Oberflächenwasser können die langlebigen Erreger auch auf Obst und Gemüse sowie ins Trinkwasser gelangen. Da der Parasit keine Hitze verträgt, lässt er sich durch Kochen, Braten oder Pasteurisieren zuverlässig abtöten.
Circa 40 % der schwangeren Frauen haben sich im Verlaufe ihres Lebens infiziert und daher Antikörper gebildet. Hat eine Schwangere jedoch keine Antikörper, kann die Infektion für das Baby gefährlich werden. Eine Toxoplasmose kann eine Früh- oder Totgeburt, sowie schwere Schäden am Zentralnervensystem auslösen. Eine Erstinfektion muss mit Antibiotika behandelt werden.
Wenn sich Schwangere unsicher fühlen, können sie sich durch einen einfachen Bluttest Gewissheit verschaffen, ob sie Antikörper gegen Toxoplasmose entwickelt haben. Wenn Antikörper im Blut nachweisbar sind, besteht kein Erkrankungsrisiko. Falls aber keine Antikörper nachweisbar sind, sollten folgende Tipps beachtet werden, um eine Infektion zu vermeiden.[2]


 


[1] Koletzko, B. et al. Ernährung in der Schwangerschaft: Handlungsempfehlungen des Netzwerks „ Gesund ins Leben-Netzwerk junge Familie“ Ernährung im Fokus 2012 https://www.in-form.de/nc/profiportal/in-form-presse/medien/schwangerschaft

[2] http://www.familienplanung.de/schwangerschaft/beschwerden-und-krankheiten/krankheiten-und-infektionen/toxoplasmose/ (Stand: 01.06.2015)