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Ratgeber Schwangerschaft - Veränderungen

VERÄNDERUNGEN WÄHREND DER SCHWANGERSCHAFT

Gewichtszunahme in der Schwangerschaft
Die Gewichtszunahme ist während der Schwangerschaft bei jeder Frau unterschiedlich ausgeprägt. Grundsätzlich steigt das Gewicht im zweiten Drittel der Schwangerschaft um etwa 300 g pro Woche und im letzten Drittel um 400-500 g pro Woche. Das zusätzliche Gewicht setzt sich zusammen aus Plazenta, Fruchtwasser, zunehmendem Blutvolumen, Wasser- und Fetteinlagerungen, Zunahme des Gewebes wie Brust und Uterus und dem Gewicht des Kindes.
Bei normalgewichtigen Frauen mit einem body mass index (BMI) von 18,5-20 liegt die durchschnittliche Gewichtszunahme während der gesamten Schwangerschaft bei 11-16 Kilo. Frauen, die übergewichtig oder untergewichtig sind, sollten daher entsprechend weniger oder mehr Gewicht zulegen.[1]

Der BMI berechnet sich aus dem Körpergewicht (in kg) dividiert durch das Quadrat der Körpergröße (m2). Die Formel zur Berechnung lautet wie folgt:

Frauen, die schon vor der Schwangerschaft übergewichtig sind, haben ein höheres Risiko für Schwangerschaftsdiabetes und Fehlbildungen beim Kind. Um diese Risiken zu verhindern sollten Frauen schon vor Schwangerschaft ein Normalgewicht anstreben. [1]

Schwangerschaftsdiabetes
Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes) gehört zu den häufigsten Begleiterkrankungen in der Schwangerschaft. Die Diagnose erfolgt erstmals während der Schwangerschaft und verschwindet meist nach deren Beendigung.
Ein erhöhtes Risiko an Schwangerschaftsdiabetes zu erkranken besteht in folgenden Fällen:

  • Bei Übergewicht
  • Wenn bereits Diabetes im engsten Familienkreis besteht
  • Wenn das eigene Geburtsgewicht höher als 4000 Gramm war
  • Bei mehreren Fehlgeburten
  • Wenn bei einer vorausgegangenen Geburt ein Kind mit mehr als 4000 Gramm zur Welt kam


Ursachen
Als Ursachen für den Schwangerschaftsdiabetes werden bestimmte Hormone, die der Körper vor allem in der zweiten Schwangerschaftshälfte produziert, in Betracht gezogen. Durch diese Hormone wird den Zellen mehr Energie in Form von Glukose bereitgestellt. Dadurch muss die Bauchspeicheldrüse ebenfalls mehr Insulin freisetzten, damit die Glukose in die Zellen transportiert werden kann. Bei Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes kann die Bauchspeicheldrüse jedoch nicht so viel Insulin wie nötig produzieren, wodurch ein Insulinmangel entsteht. Die Mehrheit der Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes ist jedoch in der Lage die Insulinproduktion zu erhöhen. Jedoch reagieren die Körperzellen nicht mehr auf diesen Insulinreiz, wodurch ein relativer Insulinmangel besteht. Dies hat eine Erhöhung des Blutzuckers zur Folge.


Symptome
Ganz im Gegenteil zu den typischen Symptomen bei Diabetes mellitus haben Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes meist keine oder nur wenige Symptome. Ein Schwangerschaftsdiabetes kann bei einer fehlenden Behandlung zu einer Zunahme der Fruchtwassermenge und zu einem starken Größenwachstum des Kindes führen. Außerdem haben Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes im Vergleich zu Schwangeren mit normaler Glukosetoleranz ein erhöhtes Risiko für Harnwegsinfekte und Bluthochdruck.


Untersuchung und Behandlung
Bei Schwangeren sollte zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche ein Suchtest durchführt werden. Bei Frauen mit erhöhtem Risiko kann der Suchtest bereits im ersten Schwangerschaftsdrittel erfolgen. Hierbei wird ein Glukosetrunk mit 50 g Glukose verabreicht und eine Stunde später der Blutzucker gemessen. Wenn der Blutzuckergehalt über 140 mg/ liegt, besteht der Verdacht auf einen Schwangerschaftsdiabetes. Auch wenn der Suchtest zu einem negativen Ergebnis führt, sollte er bei Risikopersonen in der 32. bis 34. Schwangerschaftswoche wiederholt werden.
Bei der Behandlung des Schwangerschaftsdiabetes ist es notwendig eine fettarme und ballaststoffreiche Diät einzuhalten. Hierbei sind Lebensmittel aus komplexen Kohlenhydraten z.B. Reis und Nudeln aus Vollkorn besonders gut geeignet. Außerdem sollten mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt eingenommen werden. Ein Ernährungsberater oder Diabetologe kann Tipps zur richtigen Ernährung geben und die Schwangere bei der Diät unterstützen. Sehr wichtig für die Behandlung ist eine konstante Selbstkontrolle der Blutzuckerwerte um die Stoffwechseleinstellung stets zu überprüfen. Wenn eine alleinige Ernährungsumstellung nicht zum Erfolg führt, muss mit einer Insulintherapie begonnen werden.[2]


Schwangerschaftsbeschwerden
Heißhunger
Der Körper einer Schwangeren verändert sich in vielfältiger Weise, besonders in den ersten drei Monaten ist der Organismus besonders aktiv. Darauf reagiert der Körper natürlich immer auf unterschiedliche Weise mit kleinen oder größeren Beschwerden. Fragen Sie bei ungewöhnlichen oder lang anhaltenden Beschwerden oder Unsicherheiten immer ihren Arzt um Rat.
Viele Frauen leiden unter Heißhungerattacken und essen dann mehr als sie eigentlich möchten. Die Ursache für den Heißhunger liegt im Veränderten Stoffwechsel während der Schwangerschaft. Der Körper produziert mehr Insulin als sonst, da auch der Organismus des Kindes mit Glukose versorgt werden muss. Dadurch sind die Blutzuckerreserven der Mutter schneller erschöpft und der Blutzuckerspiegel fällt schneller ab, was zu Heißhunger führt.

Tipp: Wenn plötzlich Heißhunger auftritt essen Sie einen Apfel oder einen ballaststoffreichen Snack wie z.B. Vollkornmüsli oder Gemüsesticks. Auch die regelmäßige Zufuhr von kleinen ballaststoffreichen Mahlzeiten, verteilt über den Tag, können Heißhungerattacken vorbeugen.


Übelkeit und Erbrechen
Unter der bekannten Morgenübelkeit leiden einige schwangere Frauen. Auslöser für diese Beschwerden ist das Hormon HCG, das nach der Befruchtung gebildet wird. Am Anfang der Schwangerschaft wird davon sehr viel produziert was die Verdauungsfunktion durcheinander bringt. Meistens werden die Beschwerden nach dem dritten Monat weniger.

Tipp: Essen Sie vor dem Aufstehen ein kleines Stück Zwieback oder trockenes Brot. Auch Ingwertee, kleine Schlückchen Wasser oder homöopathische Arzneimittel können helfen.


Schwindel und Kreislaufprobleme
Aufgrund der hormonellen Umstellung leiden viele Schwangere in den ersten drei Monaten an einem niedrigen Blutzuckerspiegel und an niedrigem Blutdruck, was zu Schwindel und Kreislaufproblemen führen kann.

Tipp: Bringen Sie ihren Kreislauf durch Bewegung an der frischen Luft und Wechselduschen wieder in Schwung. Eine gesunde Lebensweise mit ausreichend Schlaf, viel Bewegung und ausgewogener Ernährung mit kleinen Zwischenmahlzeiten beugt Kreislaufproblemen vor.


Müdigkeit
Viele Schwangere leiden in den ersten drei Monaten unter Müdigkeit. Dies kann durch die Hormonumstellung, den veränderten Stoffwechsel und niedrigen Blutdruck hervorgerufen werden. Auch ein Eisenmangel kann zu Müdigkeit führen.

Tipp: Achten Sie auf genügend Schlaf und Entspannung. Auch ein kurzer Mittagsschlaf kann nicht schaden. Häufig ist auch ein Eisenmangel Grund für die andauernde Müdigkeit. In unserem Denk Eisenratgeber können Sie alles über Eisenmangel nachlesen.

 

 


[1] http://www.familienplanung.de/schwangerschaft/gesundheit-und-ernaehrung/gewichtszunahme/#c3588 (Stand: 01.06.2015)

[2] http://www.diabetes-heute.uni-duesseldorf.de/wasistdiabetes/?TextID=1808 (Stand: 02.06.2015)